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Hintergründe & Ziele

Ausgangslage

Von erheblicher Bedeutung für die Gesundheit im Alter ist die Vermeidung von sturzbedingten Verletzungen, insbesondere schweren Verletzungen wie Hüftfrakturen (Oberschenkelhalsbrüchen). Neben Verletzungen und ggf. eingetretener Behinderung ist Folge von Stürzen auch die Angst, erneut zu stürzen, die das Selbstvertrauen, selbst einfache Dinge des Alltags sicher zu tun, nachhaltig beeinträchtigen kann.

Insofern leistet die Prävention von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen nicht nur einen Beitrag zur Verminderung von individuellen und sozialen Belastungen, sondern vor allem zur Erhöhung von Lebensqualität, Selbstständigkeit und Mobilität.

Eine besonders von Stürzen und Hüftfrakturen betroffene Gruppe stellen Bewohner von Alten- und Pflegeheimen dar. Sturzpräventive Maßnahmen lassen sich im Sinne des Lebenswelten-Ansatzes in Heimen nachgewiesenermaßen effektiv realisieren.

Entgegen früher weit verbreiteter Ansicht ist die Plastizität im Alter, auch im hohen Lebensalter, noch erheblich. Bei Heimbewohnern handelt es sich zudem um eine Gruppe, die häufig dem sozial benachteiligten Personenkreis angehört, die meist bei gesundheitsfördernden Maßnahmen unzureichend berücksichtigt wird, die aber auch wegen ihrer steigenden Größe eine zunehmende Bedeutung erlangt.

Zur Epidemiologie und Datenlage

Exakte Zahlen zur Häufigkeit von Stürzen fehlen, da es schwierig ist, dieses Ereignis ausreichend verlässlich zu erheben. Es wird geschätzt, dass in Deutschland von zu Hause lebenden Personen über 65 Jahren etwa 30 Prozent mindestens einmal pro Jahr stürzen.

Nach internationalen Studien verursachen etwa zehn Prozent der Stürze behandlungsbedürftige Verletzungen. Schätzungsweise fünf Prozent der Stürze führen zu sturzbedingten Knochenbrüchen und etwa ein bis zwei Prozent zu sturzbedingten Hüftfrakturen. Nach den Daten der Krankenhausdiagnosestatistik wurden 1998 in Deutschland insgesamt fast 120.000 Fälle einer Hüftfraktur angegeben. 90 Prozent der Behandlungsfälle waren Personen über 65 Jahren zuzuordnen. Basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes wird derzeit pro Jahr eine Zunahme dieses Frakturtyps um vier Prozent beobachtet.

In Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 2003 wegen Schenkelhalsfrakturen, meistens bedingt durch Unfälle (darunter Stürze), 34.146 Bürger behandelt; 28.085, das entspricht 82 Prozent, waren im Alter von 80 und mehr Jahren. Gegenüber dem Jahr 2001 erhöhten sich die stationären Behandlungen wegen Oberschenkelhalsfrakturen um neun Prozent, das bedeutet eine jährliche Steigerung von 4,5 Prozent.

Im Jahr 2003 lebten in Nordrhein-Westfalen 742.739 Bürger im Alter von 80 und mehr Jahren, davon wurden 98.479 in Pflegeeinrichtungen betreut. Das entspricht 13,3 Prozent der Bürger im Alter von 80 und mehr Jahren.

Pflegeheimbewohner haben ein besonders hohes Sturzrisiko, vermutlich stürzt mehr als die Hälfte mindestens einmal pro Jahr. Auch das Risiko, eine Hüftfraktur zu erleiden, ist in dieser Personengruppe überproportional hoch.

Die individuellen wie auch die gesellschaftlichen Folgen von Stürzen und Hüftfrakturen sind erheblich. Basierend auf internationalen Studien sterben bis zu einem Drittel der Menschen im hohen Alter, die wegen einer Hüftfraktur stationär behandelt werden müssen, innerhalb eines Jahres. Rund 50 Prozent der Patienten erlangen ihre ursprüngliche Beweglichkeit nicht mehr zurück, und etwa 20 Prozent der Patienten werden ständig pflegebedürftig.

Die Schenkelhalsfraktur ist eine der häufigsten Ursachen für eine Heimaufnahme. Es wird geschätzt, dass in Deutschland für die unmittelbare medizinische Behandlung von Hüftfrakturen Kosten von über eine Milliarde Euro pro Jahr entstehen, wobei die folgenden Langzeitkosten sowie indirekte Kosten nicht mit eingerechnet sind. Hinzu kommt die Angst erneut zu stürzen, die Selbstvertrauen und Handeln im Alltag dauerhaft beeinträchtigen kann.

Ziele

  • In einem Drei-Jahres-Zeitraum sollen 20 Prozent der Heime in NRW sturzpräventive Maßnahmen anbieten.
  • Die sturzpräventiven Maßnahmen sollen nach definierten Kriterien und Standards erbracht werden; die Maßnahmen sowie Stürze und Hüftfrakturen sollen standardisiert dokumentiert werden
  • Hüftfrakturen bei über 65- bzw. über 80-jährigen Menschen in NRW sollen um 10 bis 20 Prozent zurückgehen. Die Inzidenz von Hüftfrakturen bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Heimen sollen unter drei bis vier pro 100 Bewohnerjahren liegen.
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