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Hintergründe, Ziele und erster Schwerpunkt

Die Ausgangssituation

Die komplexen Anforderungen an Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft und die vielfältigen Ursachen psychischer Störungen erfordern einen ganzheitlichen Ansatz in Prävention und Gesundheitsförderung. Im Sinne der Verhaltens- und Verhältnisprävention muss dieser Ansatz sowohl individuelle als auch strukturelle Maßnahmen umfassen und sich eng an der jeweiligen Lebensphase und -situation orientieren. Maßnahmen zur Sicherstellung eines intakten Lebensumfeldes verbunden mit der Vermittlung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils sind umso wirksamer, je früher sie ansetzen. Hierbei kommt den Eltern und anderen nahen Bezugspersonen eine Schlüsselrolle zu.

Die Ziele der Landesinitiative

Ziel der Landesinitiative ist der Erhalt und die Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zunächst durch Maßnahmen in der Prävention. Um dies zu erreichen, müssen gezielt Schutzfaktoren verstärkt und Risikofaktoren reduziert werden. Hierzu sollen evidenzbasierte Präventionsprogramme verbreitet bzw. bei Bedarf auch entwickelt und zur Umsetzung angeboten werden, die nachweislich geeignet sind, Risikofaktoren günstig zu beeinflussen bzw. Schutzfaktoren zu stärken. Auch in den vorhandenen "Landesinitiativen" zur Kindergesundheit soll der Aspekt der psychischen Gesundheit künftig verstärkt berücksichtigt werden.

Die Zielgruppen der Landesinitiative

Konzepte müssen dort ansetzen, wo Menschen leben, lernen und arbeiten. Geeignete Settings, die die Landesinitiative ansprechen will,  sind neben dem unmittelbaren Lebensumfeld (insbesondere der Familie) Kindertagesstätten, Schulen und Freizeiteinrichtungen vor allem in Stadtteilen mit besonderer sozialer Problemdichte.

Da psychischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen ein vielfältiges und komplexes Bedingungsgefüge aus personalen, sozialen und umweltbedingten Einflussfaktoren zu Grunde liegt und es deutliche geschlechts-, alters- und schichtspezifische Unterschiede gibt, sollen die Maßnahmen zielgruppendifferenziert gestaltet und jeweils insbesondere die Gruppen mit der größten Betroffenheit angesprochen werden.

Um die betroffenen Kinder und Jugendlichen zu erreichen, benötigt die Landesinitiative die Mitwirkung verschiedenster Multiplikatorengruppen, die sie ansprechen und für eine Mitwirkung gewinnen will. Dies sind z.B. Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Pädiaterinnen und Pädiater sowie Hausärztinnen und Hausärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jugendamt und im öffentlichen Gesundheitsdienst.

Ausführliche Information enthält die Entschließung der Landesgesundheitskonferenz vom 9. Dezember 2010.

Erster Schwerpunkt: Kommunale Präventions- und Hilfeketten

Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgversprechende Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist das Ineinandergreifen der unterschiedlichen Präventions- und Hilfestrukturen. Und dies sowohl zu einem bestimmten Bedarfszeitpunkt als auch im Zeitverlauf: Hilfesysteme handeln noch zu oft nebeneinander, anstatt sich zu ergänzen und ihre Aktivitäten aufeinander abzustimmen. Unabgestimmte Angebote treffen so auf Nutzerinnen und Nutzer, die diese Angebote nicht umfassend in Anspruch nehmen können.

Die Verbesserung von Präventions- und Hilfestrukturen hat sich die Landesinitiative als ersten Schwerpunkt gesetzt: Die Weiterentwicklung bestehender und die Erprobung neuer Ansätze für die Implementierung kommunaler Präventions- und Hilfeketten soll angeregt und finanziell unterstützt werden. Wesentliches Ziel wird die Schaffung von hilfesystemübergreifenden Koordinations- und Anlaufstellen sein, die die betroffenen Menschen als "Lotsen" durch das System von Prävention und Hilfe leiten.
Weitere Details zum Schwerpunkt stehen im Handlungskonzept der Landesinitiative.

Aufruf zur Beteiligung

Die Landesinitiative möchte Institutionen motivieren, sich des Themas anzunehmen und Teil der Landesinitiative zu werden. Projekte, die definierte Qualitätskriterien erfüllen und die Begutachtung durch die Expertinnen und Experten aus den Lenkungsgruppen durchlaufen haben, können als assoziierten Projekte ihre Beteiligung am Präventionskonzept durch den Vermerk der Zugehörigkeit (Verwendung des Logos) deutlich machen.
Bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen können Projekte auch finanziell gefördert werden. Die Fördermaßnahmen sollen insbesondere die Entwicklung und dauerhafte Implementierung von kommunalen Präventions- und Hilfeketten unterstützen. Darüber hinaus ist auch die finanzielle Förderung von modellhaften Projekten und Maßnahmen möglich, die - unter Berücksichtigung von geschlechts-, alters-, kultur- und schichtspezifischen Unterschieden - die Entstehung und Manifestation von psychischen Störungen bei Kinder und Jugendlichen verhindern sollen.

Antragstellerinnen und Antragsteller können Projektbeschreibungen von Maßnahmen, mit denen sie sich bei der Landesinitiative beteiligen wollen oder für die sie eine Förderung im Rahmen der Landesinitiative beantragen wollen, in die Erfassungsmaske für Maßnahmen der Projektdatenbank NRW eintragen. Weitere Hinweise zu den Qualitätskriterien und zum Verfahren enthält die Broschüre "Förderrichtlinien". Und hier geht es direkt zur Anmeldung und zum Eintrag in die Datenbank.

 

Für Nachfragen nutzen Sie bitte die Rubrik Kontakt.

 

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