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"Ein kreatives Konzept, Kommunikation und Kooperation sind der Schlüssel zum Erfolg"

Die Landesinitiative "Starke Seelen" im Gespräch mit...

Bild: Logo des Kreises Mettmann mit einem geschwungenen, grünen "M", einem offenen, gelben "E" und einer blauen Linie.
Logo "Kreis Mettmann"

Antje Arnolds, Projektleitung im Projekt „Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und deren Familien nachhaltig fördern - Bildung eines KJP-Verbundes". Im Fokus des Projekts steht der Aufbau von Verbundstrukturen mit dem Ziel der Vernetzung und Zusammenarbeit der für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten wichtigen Institutionen aus verschiedenen Sektoren.
Antje Arnolds ist im Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Mettmann tätig.


Landesinitiative Starke Seelen: Wie sind Sie bei Ihrer Antragstellung vorgegangen?

Antje Arnolds: Im Sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi) des Kreises Mettmann haben wir schon einige Jahre Erfahrungen im Umgang mit psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen und damit natürlich auch den Versorgungslücken. Nachdem ich Kenntnis von der Projektförderung durch die Landesinitiative Starke Seelen bekam, haben die Kolleginnen und Kollegen auch der mit uns kooperierenden Institutionen gemeinsam überlegt, welche Defizite – und somit Verbesserungspotenziale – im Kreis Mettmann in Hinblick auf die Versorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen, die nicht am Regelsystem andocken, bestehen. Für uns war relativ schnell klar, dass die Verknüpfung von Psychiatrie und Jugendhilfe im Mittelpunt des Projekts stehen soll. Die Bildung einer Verbundstruktur zur Vernetzung und Zusammenarbeit der relevanten Institutionen verschiedener Sektoren wollten wir im Projekt anstreben. Kernelement eines solchen Vorhabens war und ist für uns, alle potenziellen Partner im Vorfeld zu beteiligen, um die Voraussetzung für ein erfolgreiches Gelingen zu schaffen. So haben wir die Idee in sämtlichen Kooperationsgremien vorgestellt (u.a. der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft und dem Beirat Kinder- und Jugendgesundheit) und gemeinsam Anregungen für die konkrete Ausgestaltung des Konzepts gesammelt. Dieser Prozess der Beteiligung und der Erstellung des Konzepts hat circa ein halbes Jahr gedauert. Wir haben eine dreijährige Förderung beantragt, die Zusage der Förderung aber zunächst nur für ein Jahr bekommen – über einen gemeinsam erstellten jährlichen Zwischenbericht konnten wir bisher die Finanzierung für ein weiteres Jahr sichern. Jetzt sind wir am Ende des zweiten Jahres angelangt und hoffen, auch das dritte und letzte Projektjahr finanziert zu bekommen.


Landesinitiative Starke Seelen: Wie ist Ihr Eindruck, worauf achten die Gutachterinnen und Gutachter?

Antje Arnolds: Spontan fallen mir hierzu drei Stichworte ein: Innovation, Kooperation und Nachhaltigkeit.
Meiner Meinung nach wird auf den innovativen Charakter eines Konzepts geschaut und auf welcher Defizitanalyse der lokalen Angebote und Strukturen dieser beruht. Es geht nicht primär darum, ein Konzept umzusetzen, das es bereits in der Kommune oder auch an einem anderen Ort in NRW gibt. Diese Anträge haben, meiner Einschätzung nach, keinen großen Erfolg auf Bewilligung – auch wenn den Konzepten gute Ideen zugrunde liegen und zweifelsfrei der Bedarf vorhanden ist. Man kann sich bei der Ideenfindung von der Frage leiten lassen: Bin ich Vorreiter mit meiner Idee?
Kooperationen und die Nutzung bereits vorhandener Strukturen und Systeme nehmen ebenfalls einen hohen Stellenwert bei der Bewertung des Antrags ein. Förderschwerpunkt der Landesinitiative ist der Aufbau von Präventions- und Hilfeketten. Dafür ist es unabdingbar, Kooperationen einzugehen und das Konzept in bestehende Strukturen einzubetten.
Bereits bei der Antragstellung sollte man die Nachhaltigkeit und die Frage, wie das Projekt nach Beendigung der Finanzierung fortgeführt werden kann, im Blick halten. Uns ist das bisher ganz gut gelungen: Die angestoßenen und aufgebauten Verbundstrukturen werden wir wahrscheinlich auch nach dem Projektende fortführen können, wenn auch in reduziertem personellen Umfang. Ich denke, dass dies generell gelten kann: Es ist schwierig, eine Fortführung des Projekts in gleichem Umfang umzusetzen, wie es mit Projektgeldern möglich ist. Absehbar sollte aber sein, dass zumindest ein wesentlicher Teil der Arbeit in ähnlicher Form auch nach der Förderphase beibehalten werden kann. So werden wir auch weiterhin die Internetpräsenz zum Projekt weiter pflegen und die aktuellen Informationen bereitstellen. Für uns steht im dritten Jahr die Schließung einer Kooperationsvereinbarung an. So schaffen wir über die Projektlaufzeit hinausgehende Verbindlichkeiten. Mit der Evaluation des Projekts durch eine Masterarbeit stellen wir abschließend sicher, dass unser Konzept für interessierte Akteure zugänglich sowie adaptierbar ist und seinen Weg in weitere Kommunen in NRW finden kann. Auch die Weiterbeschäftigung der derzeit noch über Projektgelder finanzierten Fachkraft (Kinder- / Jugendlichenpsychotherapeut) ist in Vorbereitung.
Es wird eher die Ausnahme sein, dass Projektbeteiligte verbindlich im Vorfeld Zusagen machen, das Projekt nach dem Förderzeitraum nachhaltig zu sichern. Allerdings sollten konkrete Ideen entwickelt und auch im Konzept festgeschrieben werden.


Landesinitiative Starke Seelen:
Mit Blick zurück, welche Erfolge und Stolpersteine würden Sie benennen, die sich im Prozess der Antragstellung ergeben haben?

Antje Arnolds: Vorteilhaft ist sicherlich, wenn man auf Erfahrungen aufbauen kann. Wir konnten von der langjährigen fachlichen Vorarbeit profitieren, auf die wir im Projekt zurückgreifen konnten. Die Kenntnis von und der Bezug zu den lokalen Strukturen vor Ort ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Diese Strukturen in das Projekt einzubeziehen ist sowohl für den Erfolg des Antrags als auch für den Erfolg des Projekts sehr wichtig.
Über die Antragstellung hinaus möchte ich auf die Schwierigkeiten hinweisen, die wir mit zunächst nur einer einjährigen Förderzusage hatten: Hier gilt es dennoch perspektivisch über dieses eine Jahr hinaus zu planen. Der Aufbau einer Verbundstruktur als Zielsetzung unseres Projekts ist nur langfristig zu planen und in einer einjährigen Förderphase nur ansatzweise zu realisieren. Überzeugungsarbeit bei Kooperationspartnern bezüglich der Notwendigkeit und Unverzichtbarkeit des Angebots zu leisten, um die Nachhaltigkeit nach der Förderung sicherzustellen, ist ebenfalls innerhalb eines Jahres schwierig. Zudem ist die jährliche Wiederbeantragung sehr zeitaufwändig. Zum Teil entstehen Wartezeiten bis zur Bewilligung der weiteren Fördergelder, die es zu überbrücken gilt. Diese Aspekte sollten Antragsteller in ihre Planungen einkalkulieren.


Landesinitiative Starke Seelen: Rückblickend auf Ihre Erfahrungen im Bewerbungsprozess: Welche Tipps können Sie Interessentinnen und Interessenten mit auf den Weg geben?

Antje Arnolds: Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass man sich Zeit nehmen sollte, eine gute Idee zu entwickeln. Wie ich bereits sagte, erachte ich eine frühzeitige und umfassende Kommunikation mit den potenziellen Kooperationspartnern als erfolgversprechend.
Ich habe die Gutachterinnen und Gutachter als sehr wohlwollend erlebt. Vor einer abschließenden Beurteilung werden – wo nötig – hilfreiche Vorschläge zur Nachbesserung des Antrags abgegeben. Man sollte sich immer vergegenwärtigen, dass auch von Seiten der Landesinitiative Interesse besteht, gute Projekte zu fördern. Daher kann ich nur jedem empfehlen, eine innovative Idee in ein kreatives Konzept zu bringen und es zu beantragen. Scheuen Sie den Aufwand nicht.


Vielen Dank Frau Arnolds für das interessante Gespräch.

 

 

"Mut haben und die Chance auf Förderung nutzen"

Die Landesinitiative "Starke Seelen" im Gespräch mit...

Bild: Logo des Projekts ?Felix? der AWO: Der Slogan "Kinder sind unsere Zukunft" steht rechts neben einem lachenden Zeichengesicht.
Projektlogo "Felix"

 

Kerstin Seidel, Projektleitung im "Projekt >Felix<. Ein Netzwerk von Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern – koordiniert durch die Arbeiterwohlfahrt." Ein dynamisches Netzwerk in Kombination mit einem niederschwelligen Beratungsangebot, das Kindern psychisch erkrankter Eltern, deren Eltern und Angehörigen Zugang und Einstieg in das Hilfesystem und die zahlreichen Angebot des Netzwerkes erleichtern will, ist Gegenstand des Projekts "Felix".
Das Projekt wurde 2014 zunächst für ein Jahr gefördert und wird auch in 2015 weiter finanziell unterstützt.


Landesinitiative Starke Seelen: Wie sind Sie bei Ihrer Antragstellung vorgegangen?

Kerstin Seidel: In der Zeitung las ich zufällig einen Artikel, der auf die Fördermöglichkeit durch die Landesinitiative Starke Seelen aufmerksam machte. Thematisch passte unser Projekt sehr gut in die Zielsetzung der Landesinitiative, so dass wir kurzentschlossen unsere Chance sahen und sie ergriffen.
Im Vorfeld der Förderung wurde bereits ein Netzwerk psychisch Kranker – "Felix" – aufgebaut, so dass wir auf bestehende Strukturen zurückgreifen konnten. Bei der Konzeptentwicklung haben wir daher besonderen Wert auf die Erweiterung des bestehenden Netzwerks um innovative Elemente gelegt. Basierend auf einer Sozialraumanalyse und den Erfahrungen im Netzwerk haben wir das Projekt um Bausteine erweitert, deren Bedarf hoch war und die bisher im Kreis Viersen nicht angeboten wurden. Für "Felix" lag der Bedarf unter anderem im Bereich der niedrigschwelligen Soforthilfe für betroffene Familien. Die Übertragung der Projektdaten in das strukturierte Antragsformular ist zügig zu erledigen, wenn das Konzept, die Kostenkalkulation, die Zeitplanung etc. feststehen. Insgesamt haben wir von der Entwicklung bis zur Antragstellung einen Monat benötigt.
Stellungnahmen von fachlichen Expertinnen und Experten aus der Region oder auch von Kooperationspartnern zur Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Projektidee können dem Antrag ergänzend beigefügt werden.


Landesinitiative Starke Seelen: Wie ist Ihr Eindruck, worauf achten die Gutachterinnen und Gutachter?

Kerstin Seidel: An erster und übergeordneter Stelle stehen natürlich die Förderung und der Erhalt der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Dies sollte oberstes Ziel jedes Projekts sein.  Darüber hinaus sind Innovationen gewünscht: eine Bedarfsanalyse im Sozialraum ergibt, ob Angebote vorgehalten werden oder ob Versorgungslücken bestehen. Der ermittelte und belegbare Bedarf soll mit dem zu entwickelnden Angebot bedient werden. Gemäß der Förderkriterien prüfen die Gutachterinnen und Gutachter, ob es sich nicht um Projekte handelt, die fortgeführt werden oder die ein Angebot etablieren, das in der Kommune bereits existiert. Das Konzept sollte meiner Meinung nach drei Komponenten enthalten: 1. Zielsetzung des Projekts, 2. Begründung der Maßnahme ("Warum gerade dieses Projekt an diesem Ort?") und daraus folgend 3. Befriedigung der Bedarfe vor Ort.


Landesinitiative Starke Seelen: Mit Blick zurück, welche Erfolge und Stolpersteine würden Sie benennen, die sich im Prozess der Antragstellung ergeben haben?

Kerstin Seidel: Rückblickend ist die Beantragung der Fördermittel für das Projekt „Felix“ der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Viersen e. V. sehr problemlos verlaufen. Dies sicherlich nicht zuletzt aufgrund der Beratung im Vorfeld der Antragstellung durch Herrn Werse. Fragen oder Unsicherheiten konnte er klären. Sein wertschätzender Umgang hat uns sehr motiviert, den Antrag zeitlich komprimiert und intensiv zu bearbeiten. Für uns sehr hilfreich waren Informationen, welche Bereiche förderfähig sind, wie zum Beispiel Stellen oder auch sonstige sächliche Mittel. Diese Unterstützung, die alle Antragsteller nutzen können, kann Unsicherheiten bei Antragstellern nehmen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken.
Stolpersteine kann ich spontan nicht benennen. Antragsteller sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass auch nach einer Förderzusage weitere Zwischenberichte zum Projektverlauf und der Erreichung von Teilzielen erstellt werden müssen.


Landesinitiative Starke Seelen:
Rückblickend auf Ihre Erfahrungen im Bewerbungsprozess: Welche Tipps können Sie Interessentinnen und Interessenten mit auf den Weg geben?

Kerstin Seidel: Zum einen kann ich empfehlen, im Vorfeld den Zeitraum von einem halben bis einem dreiviertel Jahr zwischen Antragstellung und der Bereitstellung der finanziellen Mittel durch die zuständige Bezirksregierung, in die allgemeine Planung mit einzubeziehen. Sicherlich besteht in dieser Zeitspanne für manchen Träger bzw. Institution eine lange Durststrecke, die es zu überwinden gilt. Insbesondere vor dem Hintergrund von oftmals befristeten, projektbezogenen Mitarbeiterstellen sollte diese Zeitspanne im Vorfeld berücksichtigt werden.
Zum anderen erachte ich es als sehr wertvoll, wenn die Person, die ein Konzept für ein Projekt erarbeitet und den Förderantrag stellt, vom Arbeitgeber für diese Tätigkeit von seiner alltäglichen Arbeit freigestellt wird. Der Aufwand, ein gutes Konzept zu entwickeln, ist groß. Eine Zeitspanne von einem Monat ist für eine Bestandsanalyse inklusive Bedarfsermittlung und die Ableitung von Angeboten einzuplanen.
Am allerwichtigsten sind aus meiner Sicht jedoch die Motivation und das Engagement der Projektbeteiligten sowie die Begeisterung für das Projekt. Mut zu haben, innovativ zu denken, ein Konzept zu erarbeiten und sich zu trauen, den Förderantrag zu stellen, sind die wesentlichen Komponenten. Mit dem Förderangebot der Landesinitiative Starke Seelen, besteht für jede und jeden die Chance einer finanziellen Unterstützung. Daher kann ich alle Akteure, die eine überzeugende Projektidee haben und denen es bisher an finanziellen Möglichkeiten gemangelt hat, nur ermutigen und sie dazu aufrufen, diese Chance zu nutzen.
Ohne die Förderung hätte unser Projekt vermutlich keinen Bestand  gehabt.


Vielen Dank Frau Seidel für das interessante Gespräch und die Tipps, die Sie anderen Interessenten gegeben haben.

Weitere Informationen zur Beteiligung an der Landesinitiative Starke Seelen
Kurzdarstellung des Starken Projekts "Felix"

 
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