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Empowerment

Empowerment wird mit dem Begriff der Befähigung gleichgesetzt und meint den Prozess, mit dem Menschen Fähigkeiten erlangen, ihre Lebensbedingungen und ihr Leben selbst zu gestalten, selbst für ihre Gesundheit zu sorgen und sie zu stärken. Dabei kann es bspw. darum gehen, Bedürfnisse zu stillen, Probleme zu lösen oder Ressourcen zu beschaffen, die dazu beitragen, die Kontrolle über Entscheidungen und Handlungen zu erlangen.1 Die Befähigung zu aktivem Handeln und aktiver Einflussnahme mit dem Ziel ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben zu führen stehen im Fokus.
Ausgangspunkt sind die spezifischen Kompetenzen (Ressourcen) einzelner Personen und die gemeinsamen Fähigkeiten von Personengruppen in verschiedenen Settings.2

Die Akteure der Gesundheitsförderung und Prävention haben im Rahmen ihrer Arbeit die Möglichkeit, Bedingungen und Voraussetzungen zu schaffen, die das Empowerment der Zielgruppe fördern 1, dass heißt, dass die Zielgruppe ihre individuellen und gemeinschaftlichen Ressourcen entdeckt, sie weiter entwickelt und in praktische Handlungsstrategien überführen kann. Ein wesentliches Ziel von Empowerment-Prozessen ist, die Abhängigkeit von Unterstützungsangeboten schrittweise zu verringern.2
Dabei kann zwischen individuellem und gemeinschaftsbezogenem Empowerment unterschieden werden: Individuelles Empowerment meint die Fähigkeit einer einzelnen Person, Entscheidungen zu treffen und die Kontrolle über ihr persönliches Leben zu haben. Gemeinschaftsbezogenes Empowerment bedeutet, dass Individuen mehr Einfluss und Kontrolle über jene gesellschaftlichen Bedingungen gewinnen, die ihre Gesundheit in den verschiedenen Lebenswelten / Settings (z. B. Betrieb, Stadtteil) beeinflussen und dass Sie mehr Einfluss auf die Lebensqualität in ihrer Gemeinschaft gewinnen. 1
Empowerment richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder und ist oft die Voraussetzung für gelingende Partizipation.

Auch im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes in der Fassung vom 10. Dezember 2014 wird in Kapitel 4 „Setting-Ansatz nach § 20 Abs. 1 SGB V Empowerment im Grundverständnis hervorgehoben: „Verknüpft mit dem Bemühen, Gesundheit als Organisationsprinzip im Setting zu integrieren, sollte die persönliche Handlungsfähigkeit Einzelner für die Gestaltung ihrer gesundheitlichen Lebensbedingungen gestärkt werden, um sie zu gesundheitsgerechtem Verhalten zu motivieren und zu befähigen (Autonomie und Empowerment)“. 3

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Gender und Gesundheit

Mit dem englischen Begriff „gender“ wird – im Gegensatz zum biologischen Geschlecht „sex“ – das soziale Geschlecht, also gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägte Geschlechterrollen von Frauen und Männern, beschrieben. Diese sind, anders als das biologische Geschlecht, erlernt und damit auch veränderbar. Eine geschlechtsspezifische Perspektive ist für die Gesundheitsförderung von Bedeutung, da sich die durch soziale, kulturelle und verhaltensbedingte Faktoren bestimmten Rollen und Aufgaben von Frauen und Männern auf die Gesundheit auswirken.4

Diese Faktoren gilt es bei der Planung und Durchführung von Projekten zu beachten. Dies kann bspw. folgenderweise aussehen: es können geschlechtshomogene Gruppen in einem Projekt adressiert werden oder das Angebot richtet sich an eine geschlechtsgemischte Gruppe, bei der die Geschlechterperspektive (z. B. Bedarfe, Verhaltensweisen, Präferenzen) im Blick gehalten und individuell berücksichtigt wird. 5

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Gesundheitliche Chancengleichheit

Gesundheitliche Chancengleichheit meint das gesundheitsbezogene Recht auf die Herstellung gleicher Chancen, gesund zu sein und gesund zu bleiben, unabhängig von sozialem Status, nationaler Zugehörigkeit, Generation, Alter und Geschlecht. 6 Dies setzt einen gerechten Zugang zu den Ressourcen für Gesundheit, eine gesundheitsfördernde Gestaltung der Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie eine Verminderung von Gesundheitsrisiken voraus, damit alle Menschen die gleichen Möglichkeiten zur Entwicklung und Erhaltung ihrer Gesundheit haben. 7, 8

Allerdings haben bestehende soziale Ungleichheiten Einfluss auf die Lebenschancen und damit auch die Gesundheit von betroffenen Personen, Gruppen oder Gesellschaften.7

Ungleichheiten bestehen bspw. zwischen besser und schlechter gestellten sozialen Schichten innerhalb der Gesellschaft und in ihrem sozioökonomischen Status (Unterschiede nach Bildung, Einkommen, beruflicher Position und sozialem Status) (= vertikale soziale und gesundheitliche Benachteiligung). Darüber hinaus lassen sich weitere Faktoren sozialer Ungleichheit beschreiben, wie Migrationshintergrund, Wohnregion, Lebensalter, Gender und Familienstand (= horizontale soziale und gesundheitliche Benachteiligung).7

Die Probleme und Herausforderungen einer Gesundheitsförderung mit und für sozial benachteiligte Menschen und Gruppen bestehen in einem erschwerten Zugang zu den Zielgruppen, in Angeboten mit Komm-Strukturen, in der Gefahr der Diskriminierung und Stigmatisierung und der wohlmeinenden Bevormundung auf der Grundlage von Expertinnen- und Experten-Wissen.6

Demnach müssen gleiche Voraussetzungen geschaffen werden, damit alle Menschen befähigt werden, ihr größtmögliches Gesundheitspotenzial zu verwirklichen. Das größtmögliche Gesundheitspotenzial lässt sich nur erreichen über unterstützende soziale Umwelten, Zugangsmöglichkeiten zu Informationen und Angeboten sowie Entscheidungsfreiräume in Bezug auf die persönliche Gesundheit.8 Das Setting / die Lebenswelt wird in der Gesundheitsförderung als besonders geeignet angesehen, sozial benachteiligte Menschen und Gruppen in ihrem Alltag und in ihrer Lebenswelt nachhaltig über einen nichtdiskriminierenden und nichtstigmatisierenden Zugang zu erreichen und zu beteiligen (Partizipation, Empowerment) sowie die Strukturen der Lebenswelten gesundheitsgerecht(er) zu gestalten.6

Die Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen wird auch im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes in der Fassung vom 10. Dezember 2014 in Kapitel 4 „Setting-Ansatz nach § 20 Abs. 1 SGB V Ausdruck verliehen: „Ein besonderes Augenmerk liegt (…) auf der Verminderung sozial bedingter Ungleichheiten von Gesundheitschancen. (…) Sozial benachteiligte Zielgruppen sind meist höheren gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt und verfügen gleichzeitig über geringere Bewältigungsressourcen und höhere Zugangsbarrieren“.3

Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit (ehemals Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“) verfolgt bundesweit das Ziel, die gesundheitliche Chancengleichheit in Deutschland zu verbessern und die Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Gruppen zu unterstützen. Die Transparenz über Angebote und Aktivitäten im Handlungsfeld der Gesundheitsförderung für sozial benachteiligte Zielgruppen soll erhöht werden, die Qualität der Maßnahmen und die Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteure verbessert sowie die Umsetzung lebensweltbezogener Gesundheitsförderung auf kommunaler Ebene unterstützt werden. Da viele Rahmenbedingungen für die Gesundheitsförderung auf der Ebene der Bundesländer gesetzt werden, übernehmen die Koordinierungsstellen für gesundheitliche Chancengleichheit die Koordinierung gesundheitsfördernder Aktivitäten und Ansätze auf Landesebene (https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/).

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Gesundheitsförderung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheitsförderung in der Ottawa-Charta von 1986 folgenderweise: „Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozeß, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können.“9 In der Jakarta Erklärung von 1997 wurde diese Definition erweitert: „Gesundheitsförderung ist ein Prozeß, der Menschen befähigen soll, mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen und sie zu verbessern. Durch Investitionen und Maßnahmen kann Gesundheitsförderung einen entscheidenden Einfluß auf die Determinanten von Gesundheit ausüben.“10


Kennzeichnend für die Gesundheitsförderung ist die Orientierung am Konzept der Salutogenese nach Antonovsky (1979). Die Fragestellung „Was erhält den Menschen gesund?“ steht dabei im Vordergrund des Interesses und führt zur Identifikation und Stärkung von Ressourcen und Potenzialen. Dabei ist Gesundheitsförderung ein komplexer Ansatz, der einerseits auf eine Änderung der individuellen gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen (Verhaltensprävention) sowie andererseits auf eine Veränderung der Strukturen und gesundheitsrelevanten Lebensbedingungen abzielt (Verhältnisprävention).11

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Lebenswelt/Setting

„Ein Setting ist ein Sozialzusammenhang, in dem Menschen sich in ihrem Alltag aufhalten und der Einfluss auf ihre Gesundheit hat.“12 Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff „Setting“ oft mit „Lebenswelt“ übersetzt. Der im Setting vorhandene soziale Zusammenhang ist relativ dauerhaft und seinen Mitgliedern auch subjektiv bewusst. „Er drückt sich aus durch formale Organisation (z. B. Betrieb, Schule, Kita), regionale Situation (z. B. Kommune, Stadtteil, Quartier), gleiche Lebenslage (z. B. Rentner/Rentnerinnen), gemeinsame Werte bzw. Präferenzen (z. B. Religion, sexuelle Orientierung) bzw. durch eine Kombination dieser Merkmale.“ 12
Der Settingansatz fokussiert die Lebenswelt von Menschen und damit die Bedingungen, un¬ter denen Menschen spielen, lernen, arbeiten und wohnen. Denn diese Bedingungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Möglichkeit, ein gesundes Leben zu führen.13 Settings eignen sich daher besonders für die partizipative Umsetzung von Gesundheitsförderungsprojekten, um gesunde Lebenswelten zu gestalten. 14 Gemeinschaftliche Fähigkeiten und Ressourcen der Menschen im Setting werden gestärkt (Empowerment), um eine aktive Mitgestaltung der Bedingungen zu fördern (Partizipation). Darüber hinaus ist bei Projekten der Gesundheitsförderung im Setting eine Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensbedingungen (Verhältnisprävention) sowie eine Stärkung der Kompetenzen und Ressourcen der im Setting lebenden Menschen (Verhaltensprävention) zu berücksichtigen.13

Im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes in der Fassung vom 10. Dezember 2014 in Kapitel 4 „Setting-Ansatz nach § 20 Abs. 1 SGB V“ wird darüber hinaus betont, dass über Interventionen in verschiedenen Settings besonders sozial benachteiligte Personen erreicht und Stigmatisierungen bei diesen Zielgruppen vermieden werden, da sich die Angebote an alle Personen im Setting richten.3

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Nachhaltigkeit in der Gesundheitsförderung

Nachhaltige Maßnahmen streben dauerhafte und nachweisbare Veränderungen bei den adressierten Zielgruppen und in den Settings an, im Sinne der Stärkung individueller Kompetenzen und Ressourcen und der dauerhaften Gestaltung gesundheitsgerechter Lebensbedingungen (Setting-Ansatz).15 In der Gesundheitsförderung wird zwischen Nachhaltigkeit auf gesellschaftlicher Ebene und auf Projektebene unterschieden.
Nachhaltigkeit auf der gesellschaftlichen Ebene bezieht sich auf das Ausmaß, in dem eine politische Strategie eine optimale Ausbalancierung wirtschaftlicher, ökologischer, sozialer und gesundheitlicher Ziele erreicht.16
Nachhaltigkeit bei gesundheitsfördernden Angeboten und Projekten ist vorhanden, wenn die im Vorfeld beabsichtigten Wirkungen eines Angebots nach dessen Ende weiterhin bestehen bzw. ein Angebot Wirkungen über seine begrenzte Dauer hinaus erzeugt und selbsttragende Strukturen entwickelt werden.17 Es wird die dauerhafte Fortführung des Angebots gesichert. Wichtig ist ebenso, dass sich die Strukturen und Prozesse an ändernde Bedingungen anpassen können und dafür entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. [2] Dies setzt voraus, dass bereits während der Planung eines Projekts die Nachhaltigkeit über das Projektende hinaus mitgeplant wird. Wichtig für nachhaltige Wirkungen sind verlässliche und zeitstabile gesundheitsfördernde Angebotsstrukturen (z. B. Bereitstellung von Räumen und Personal, Kooperationen).15
Nachhaltigkeit wird aber auch dadurch gesichert, dass Methoden, Wissen und Erfahrungen des Projektes so gestaltet und aufbereitet werden, dass diese für andere Organisationen und Zielgruppen anwendbar sind und einen Transfer des Projekts in andere Regionen ermöglichen.16

Auch im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes in der Fassung vom 09. Januar 2017 wird in Kapitel 4 „Setting-Ansatz nach § 20 Abs. 1 SGB V das zentrale Ziel, Gesundheitsförderung in Lebenswelten nachhaltig zu verankern, formuliert.3

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Partizipation

Partizipation ist ein zentrales Grundprinzip der Gesundheitsförderung. Es bedeutet, Beteiligungsmöglichkeiten in allen Projektphasen (Bedarfserhebung, Planung, Umsetzung, Bewertung) zu schaffen und sicherzustellen, dass die Beteiligungsprozesse den Erfahrungen und Möglichkeiten der Zielgruppen entsprechend gestaltet sind. Die Zielgruppen müssen gegebenenfalls befähigt werden (Empowerment), ihre eigenen Bedürfnisse zu formulieren und Wünsche, Ideen und Vorstellungen in die jeweiligen Projektphasen einzubringen.18
Partizipation bedeutet darüber hinaus auch die Befähigung zur aktiven Gestaltung der eigenen Lebenswelt, aber auch Kontrollmöglichkeiten (z. B. in Gremien oder Beiräten) inne zu haben. Im Umkehrschluss bedeutet Partizipation, dass die Maßnahmen und Projekte auf die Bedürfnisse der Zielgruppe, aber auch der Akteure, abgestimmt sind und somit hohe Erfolgschancen haben. Partizipation ist damit auch eine Voraussetzung für die Nachhaltigkeit von Gesundheitsförderungsprojekten.19
Partizipation kann als Entwicklungsprozess verstanden werden, in dem alle Beteiligten, die Zielgruppe ebenso wie die Expertinnen und Experten, Erfahrungen sammeln und Kompetenzen erwerben.
Partizipation sollte in der Konzeption einer Maßnahme aktiv ermöglicht und gefördert werden. Daher sollte zum Projektbeginn entschieden werden, welche Formen von Partizipation überhaupt möglich und angemessen sind und welche umgesetzt werden sollen.19 Von Seiten der Durchführenden bedarf es eines differenzierten Verständnisses der Lebenslagen und einer empathischen, respektvollen Haltung gegenüber den Zielgruppen.18

Auch im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes in der Fassung vom 10. Dezember 2014 wird in Kapitel 4 „Setting-Ansatz nach § 20 Abs. 1 SGB V“ Partizipation im Grundverständnis hervorgehoben: „Gesundheitsförderung nach dem Setting-Ansatz zielt darauf ab, unter möglichst direkter und kontinuierlicher Beteiligung der Betroffenen (Partizipation) die jeweiligen Gesundheitspotenziale/-risiken im Setting zu ermitteln und einen Prozess geplanter organisatorischer Veränderungen anzuregen und zu unterstützen“.3

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Prävention

Prävention ist der Oberbegriff für vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung und Verhütung von Krankheiten und ihrer Risiken. Wissenschaftlich präziser ist der Begriff der Krankheitsprävention: Sie zielt in erster Linie auf Risikogruppen mit erwartbaren, erkennbaren oder bereits im Ansatz eingetretenen Anzeichen von Gesundheitsstörungen und Krankheiten.20 Vorbeugende Maßnahmen werden in Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention – abhängig vom Zeitpunkt des Eingreifens – unterschieden. Die Primärprävention will gesundheitsschädigende Faktoren erkennen und vermeiden, um die Krankheitsentstehung zu verhindern. Sie setzt somit vor einer Erkrankung an.21

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Verhaltensprävention

Bei der Verhaltensprävention handelt es sich um einen Ansatz, mit dem Veränderungen des Verhaltens erreicht werden sollen. Verhaltensbezogene Maßnahmen setzen beim Individuum an und nehmen Einfluss auf das Gesundheitsverhalten und versuchen es positiv zu beeinflussen.

Durch Aufklärung oder Information, Stärkung der Persönlichkeit oder auch Sanktionen soll der Einzelne dazu motiviert werden, Risiken zu vermeiden und sich gesundheitsförderlich zu verhalten (z. B. ausreichende Bewegung, ausgewogene Ernährung).22 Bei Ansätzen der Verhaltensprävention kann zwischen Angeboten unterschieden werden, die sich auf das äußerlich sichtbare Gesundheitsverhalten beziehen und Angeboten, die internale Ressourcen zu beeinflussen versuchen (Stärkung der Resilienz etc.).23

Im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes in der Fassung vom 10. Dezember 2014 wird in Kapitel 4 „Setting-Ansatz nach § 20 Abs. 1 SGB V“ beschrieben, dass im Rahmen des Setting-Ansatzes Interventionen auf Verhältnisebene (Rahmenbedingungen) mit Interventionen auf der Verhaltenseben  (gesundheitsbezogenes Verhalten einzelner Personen) verknüpft werden sollen.3

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Verhältnisprävention

Bei der Verhältnisprävention handelt es sich um einen Ansatz, mit dem Veränderungen bei den Verhältnissen erreicht werden sollen – dabei setzt sie an den äußeren Rahmenbedingungen an.23 Die Verhältnisprävention (strukturelle Prävention) will Einfluss auf Gesundheit beziehungsweise Krankheit nehmen, indem sie Veränderungen der Lebensbedingungen der Menschen anstrebt (Setting: Betrieb, Kita, Schule, Quartier, Pflegeheim), um diese möglichst risikoarm zu gestalten (zum Beispiel gesundheitsfördernde Arbeitsplätze, bewegungsfreundliche Quartiere).22

Im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes in der Fassung vom 10. Dezember 2014 wird in Kapitel 4 „Setting-Ansatz nach § 20 Abs. 1 SGB V“ beschrieben, dass im Rahmen des Setting-Ansatzes Interventionen auf Verhältnisebene (Rahmenbedingungen) mit Interventionen auf der Verhaltenseben (gesundheitsbezogenes Verhalten einzelner Personen) verknüpft werden sollen.3

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Literaturverzeichnis

[1] Fonds Gesundes Österreich: Empowerment, http://fgoe.org/glossar/empowerment, (20.07.2018)

[2] Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit: Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung, Kriterium „Empowerment“, https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/qualitaetsentwicklung/08-empowerment/?uid=c51da5bfa98d7466080058d8727ac55b (2015), (20.07.2018)

[3] GKV-Spitzenverband: Leitfaden Prävention, https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/praevention_und_bgf/leitfaden_praevention/leitfaden_praevention.jsp, (2017), (20.07.2018)

[4] Fonds Gesundes Österreich: Gender Mainstreaming, http://fgoe.org/glossar/gender_mainstreaming, (20.07.2018)

[5] Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit: Glossar zu den Arbeitshilfen "Aktiv werden für Gesundheit", Geschlechterperspektive in der Gesundheitsförderung, https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-im-quartier/aktiv-werden-fuer-gesundheit-arbeitshilfen/glossar-zu-den-arbeitshilfen/, (2015), (20.07.2018)

[6] Kaba-Schönstein L., Kilian H., (Hrsg.): Gesundheitsförderung und soziale Benachteiligung / Gesundheitsförderung und gesundheitliche Chancengleichheit, https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/gesundheitsfoerderung-und-soziale-benachteiligung/, (2018), (20.07.2018)

[7] Fonds Gesundes Österreich: Gesundheitliche Chancengleichheit, http://fgoe.org/glossar/gesundheitliche_chancengerechtigkeit, (20.07.2018)

[8] Altgeld T. (Hrsg.): Gesundheitliche Chancengleichheit, https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/?idx=8, (2010), (20.07.2018)

[9] Weltgesundheitsorganisation (Hrsg.): Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung 1986, unter http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/129534/Ottawa_Charter_G.pdf, (20.07.2018)

[10] Weltgesundheitsorganisation (Hrsg.): Die Jakarta Erklärung zur Gesundheitsförderung für das 21. Jahrhundert, unter http://www.who.int/healthpromotion/conferences/previous/jakarta/en/hpr_jakarta_declaration_german.pdf, (1997), (23.07.2018)

[11] Fonds Gesundes Österreich: Gesundheitsförderung, http://fgoe.org/glossar/gesundheitsfoerderung, (23.07.2018)

[12] Hartung S., Rosenbrock R., (Hrsg.): Settingansatz/Lebensweltansatz, https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/settingansatz-lebensweltansatz/, (2015), (23.07.2018)

[13] Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit: Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung Kriterium "Setting Ansatz", https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/qualitaetsentwicklung/03-setting-ansatz/, (2015), (23.07.2018)

[14] Fonds Gesundes Österreich: Setting, Settings, Lebenswelten, Settingansatz http://fgoe.org/glossar/setting, (24.07.2018)

[15] Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit: Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung, Kriterium "Nachhaltigkeit", https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/qualitaetsentwicklung/05-nachhaltigkeit/, (2015), (24.07.2018)

[16] Fonds Gesundes Österreich: Nachhaltigkeit und nachhaltige Gesundheitsförderung, http://fgoe.org/glossar/nachhaltigkeit, (24.07.2018)

[17] Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit (Hrsg.): Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung, Nachhaltigkeit. Berlin, 2. Auflage, 2017.

[18] Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit: Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung, Kriterium "Partizipation", https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/qualitaetsentwicklung/07-partizipation/, (2015), (24.07.2018)

[19] Fonds Gesundes Österreich: Partizipation, http://fgoe.org/glossar/partizipation, (24.07.2018)

[20] Franzkowiak P., (Hrsg.): Prävention und Krankheitsprävention, https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/praevention-und-krankheitspraevention/, (2018), (24.07.2018)

[21] Fonds Gesundes Österreich: Prävention, http://fgoe.org/glossar/praevention, (24.07.2018)

[22] Fonds Gesundes Österreich: Verhältnis- und Verhaltensprävention, http://fgoe.org/glossar/verhaeltnis_verhaltenspraevention, (24.07.2018)

[23] Prof. Dr. med. F. De Bock, Prof. Dr. R. Geene, W. Hoffmann, Dr. S. Matusall, A. Stang (Hrsg.): Vorrang für Verhältnisprävention, https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/vorrang-fuer-verhaeltnispraevention/, (2018)

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