Logo
Sie befinden sich hier:

Funktionen:
 
Schrift vergrößern
Schrift normal
Schrift verkleinern
Seite drucken
Link verschicken
Kontakt
Sitemap
Suchfunktion:

Navigation:
Inhalt:

Daten und Fakten

Position der Landesinitiative Gesundheit von Mutter und Kind zu den Themen "Schlafen im Bett der Eltern" und "Verwendung von Beruhigungssaugern (Schnullern)"

Wie zu vielen anderen Themen gibt es auch im Bereich der Gesundheit von Mutter und Kind Aussagen und Empfehlungen, die nicht immer exakt übereinstimmen oder gar kontrovers diskutiert werden. Die Landesinitiative hat es sich in solchen Fällen zum Prinzip gemacht, nur wissenschaftlich fundierte Aussagen zu verbreiten. Dabei steht das Wohl des Kindes und der Mutter an oberster Stelle.

Der Landesinitiative ist es wichtig, eindeutige Botschaften an die Eltern zu formulieren, die verständlich und praktikabel sind. Die vermittelten Informationen müssen vor allem die Bevölkerungsgruppen erreichen, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt und unter Umständen auch noch schlecht informiert sind: Hierzu gehören z. B. junge Mütter, die durch nicht auf die Schwangerschaft abgestimmtes Gesundheitsverhalten und kaum in Anspruch genommener Vorsorgeuntersuchungen, das Leben ihres Kindes, aber auch ihr eigenes gefährden.

Mit dieser neuen Rubrik im Rahmen des Internetangebots praeventionskonzept.nrw.de will die Landesinitiative Entscheidungen erläutern. Diese Rubrik soll auch zur Diskussion anregen. Ansprechpartner für Rückmeldungen oder Widersprüche ist die Redaktion.

Schlafen im Bett der Eltern?

Unstrittig ist die Tatsache, dass es zur Verhinderung des Plötzlichen Säuglingstodes wichtig ist, dass Babys im Zimmer ihrer Eltern schlafen.  Empfohlen wird aber auch, Kinder im Bett der Eltern schlafen zu lassen. Hierdurch soll das Stillen erleichtert und die Bindung zwischen Kind und Eltern gefördert werden.

Zum Punkt Schlafen im Bett der Eltern lautet die Aussage der Landesinitiative:

 

Die Landesinitiative empfiehlt das Schlafen im Zimmer der Eltern, aber im eigenen Kinderbett ("Cosleeping" ja, "Bedsharing" nein!)


Die Begründung:
Die Broschüren der Landesinitiative empfehlen das Schlafen im Zimmer der Eltern im eigenen Kinderbett. Grundlage für die Empfehlung sind die Ergebnisse der größten europäischen Studie, die zu diesem Thema Stellung nimmt (ECAS-Studie, Lancet 2004).

Hierin wird zunächst zwischen „Bedsharing“ bei rauchenden und nicht-rauchenden Müttern unterschieden:
- Die Bewertung des „Bedsharing“ bei rauchenden Müttern ist nach dieser Studie eindeutig nicht empfehlenswert.
- Auch bei nichtrauchenden Müttern findet sich in den ersten Monaten ein erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod. In den Folgemonaten sinkt dieses Risiko jedoch für diese Säuglinge. Aufgrund der Datenlage könnte ein "Bedsharing" sechs Monate nach der Geburt grundsätzlich befürwortet werden.

Um die Präventionsbotschaft klar und eindeutig zu formulieren, hat sich die Landesinitiative entschieden, diese unter Umständen missverständliche Differenzierung nicht zu kommunizieren.

Auch wenn sich das „Bedsharing“ hauptsächlich in den ersten Wochen als bindungs- und stillförderlich erweist, stellt es gerade dann, für die Gesamtpopulation der Säuglinge ein deutliches Risiko für den Plötzlichen Säuglingstod dar.

In einer kürzlich veröffentlichten Analyse (2), in der Risikofaktoren für Kindstodfälle untersucht wurden, ergab sich ein 9-fach höheres Risiko für einmonatige Säuglinge, die das Bett mit ihren Eltern geteilt hatten. Mit zunehmendem Alter nahm dieses Risiko ab. Das Stillen erwies sich als Schutzfaktor, konnte aber die durch das "Bedsharing" bedingten Risiken nicht aufheben.

Aber auch noch von anderer Seite wird vor dem „Bedsharing“ gewarnt: Daten, die im Rahmen des EU Projektes IDB (injury data base) in Leipzig erhoben und analysiert wurden, identifizieren das Elternbett als die häufigste Unfallquelle für Säuglinge (Quelle Deutsche Grünes Kreuz, DGK-Sicherheitstip).

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die präventiven Effekte des Stillens für die Gesundheit des Kindes werden von der Landesinitiative geschätzt und werden auch in den von ihr erstellten Informationsmaterialien gewürdigt. Hier aber geht es darum, dass das Schlafen im Bett der Eltern, das vorteilhaft für das Stillen und innere Gefühlsverbindung ist, mit einem deutlich erhöhten Risiko für den Plötzlichen Säuglingstod einhergeht!

Verwendung von Beruhigungssaugern?

Die Landesinitiative empfiehlt die Verwendung von Beruhigungssaugern in den ersten Lebensmonaten.

 

Die Begründung:
Die Datenlage bei Verwendung von Beruhigungssaugern ist eindeutig: In einer von Hauck durchgeführten Metaanalyse zeigten 6 von 7 Studien einen signifikanten Schutzeffekt in Bezug auf den Plötzlichen Kindstod (die 7. Studie zeigte eine Tendenz zugunsten der Sauger, erreichte aber kein Signifikanzniveau. Die in den Studien nachgewiesene Schutzwirkung vor dem Plötzlichen Säuglingstod schätzt die Landesinitiative gewichtiger ein als die von Stillbefürwortern geäußerte Kritik an den Schnullern. Auch die mit der Schnullernutzung in Verbindung gebrachte gehäufte Rate an Mittelohrentzündungen und Stellungsanomalien der Zähne (offener Biss) ist nach Einschätzung der Landesinitiative vor dem Hintergrund der beschriebenen Schutzwirkung als weniger bedeutend einzustufen.

 

Quellen:
1. Carpenter RG, et al. Lancet (2004) 363: 185-191
2. Ruys JH, de Jonge GA, Brand R, Engelberts AC, Semmelkrot BA Bedsharing in the first four months of life: a risk factor for sudden infant death. Acta paediatr 10:1399-1403
3. Hauck E, et al. Pediatrics (2005) 116: 716-723
4. Deutsches Grünes Kreuz, DGK-Sicherheitstip5. David Tappin et al. J.Pediatr. 2005; 147:32-7
6. Erler,T., Beyer, U., Jorch, G: Plötzlicher Säuglingstod; Thieme Verlag, Pädiatrie up2date 2007,4,355-369

 

 

Neugeborenen-Hörscreening für NRW

Das Neugeborenen-Hörscreening in NRW ist ein Verbundprojekt von Geburtseinrichtungen und fachärztlichen Nachuntersuchungsstellen in NRW mit der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie am Universitätsklinikum in Münster (für den Versorgungsbereich Westfalen-Lippe) sowie für den Bereich Nordrhein der Phoniatrie und Pädaudiologie an der HNO-Uniklinik Köln. Erklärtes Ziel aller Beteiligten ist die Schaffung von Strukturen, die ein qualitätsgesichertes und flächendeckendes Neugeborenen-Hörscreening in NRW dauerhaft ermöglichen.

Neugeborene haben ab dem 1.1.2009 einen gesetzlichen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hörstörungen als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Hörscreeningzentren unterstützten Kliniken beim Aufbau eines Neugeborenenhörscreenings oder der Anpassung der internen Verfahrensabläufe an die gesetzlichen Anforderungen durch Schulungen und regelmäßige Rückmeldung der Qualität.

Der Internetauftritt der Hörscreeningzentren www.hoerscreening-nrw.de bietet Informationen über das Hörscreening selbst, die am Verbundprojekt beteiligten Geburtskliniken und Nachuntersuchungsstellen sowie über die Angebote und Aufgaben der Hörscreeningzentren.

Fusszeile
Zusatzinformationen:
Aktuelles

Interesse an den Materialien der Landesinitiative? Wenn Sie Fragen zu den Materialien oder deren Bezugsbedingungen haben, wenden Sie sich bitte per Email an das LZG.NRW.

Väter auf die Geburt vorbereiten Neue Broschüre mit Informationen und praktischen Tipps für Fachkräfte Mehr lesen ...

Frühe Hilfen im präventiven Kinderschutz Im Rahmen der Bundesinitiative "Netzwerke Frühe Hilfen" soll in den Aus- und Aufbau sowie die Weiterentwicklung der Netzwerke und den Einsatz von Familienhebammen investiert werden. Mehr lesen ...

Schlafen im Bett der Eltern?
Position der Landesinitiative Gesundheit von Mutter und Kind zu den Themen „Schlafen im Bett der Eltern“ und „Verwendung von Beruhigungssaugern (Schnullern)“. Mehr lesen...

Schlafender Säugling

Gesundheitsinformationen durch Videospots
Die Landesinitiative bietet Ihnen Informationen zu den wichtigsten Themen des Präventionskonzepts Nordrhein-Westfalen als Videospots an.
Die Filme sind zwischen drei und vier Minuten kurz und leicht verständlich. Sie können sie direkt am Bildschirm anschauen, herunterladen oder als DVD bestellen.

Ende des Inhaltsbereiches
Zum Hauptmenü springen