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Beispiele aus der Praxis

"Gesund aufwachsen in ... Münster" - ein Projekt mit "eingebauter Transferphase"

Bild: Kinder und Trainer in einer Turnhalle.
Bewegung
"Gesund aufwachsen in …Münster" – unter diesem Titel sollen Kinder eines Stadtteils, in dem viele Familien mit Migrationshintergrund wohnen, zu gesundem Essen und mehr Bewegung motiviert und angeleitet werden. Eine Besonderheit des Projekts ist der "eingebaute Transferprozess": Im letzten Jahr der auf drei Jahre angelegten Planung sollen die erprobten Konzepte auf einen anderen Stadtteil übertragen werden. Das folgende Interview führte Waldemar Streich vom Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst NRW (lögd) mit der Mitarbeiterin des Projekt-Teams Dagmar Arnkens-Homann.

Können Sie die Vorgeschichte des Projekts in einigen einleitenden Worten beschreiben?

Das Gesundheitsamt hat in der Vergangenheit zahlreiche Aktivitäten der Gesundheitsförderung in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt. Dabei fiel auf, dass Kinder aus Migrantenfamilien einen hohen Bedarf an gesundheitsfördernden Maßnahmen haben. Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen konnten das bestätigen. Da wurden überdurchschnittliche Anteile übergewichtiger Kinder sowie damit verbundende große Defizite im Bereich der Bewegungskoordination - aber auch der gesamten Gesundheitsvorsorge sichtbar.

Ist das der Grund für die Wahl des Stadtteils "Berg Fidel"?

Ja, dieser Stadtteil weist einen hohen Anteil von Migranten auf. Dazu ist er recht klein und verdichtet. Das ist eine gute Voraussetzung für die Realisierung eines Kernelements unserer Projektkonzeption: Wir konzentrieren unsere Arbeit in Berg Fidel auf einen Zeitraum von zwei Jahren. Im dritten Jahr der Gesamtlaufzeit des Projekts wollen wir in einen anderen Stadtteil gehen und demonstrieren, dass die Aktivitäten und organisatorischen Strukturen übertragbar sind.

Wann ist das Projekt gestartet? Gab es einen formellen Auftakt?

Eine wichtige Voraussetzung für den Start war die Einstellung der zwei Projektkoordinatoren, die zum 1. März abschließend erfolgt ist. Es gab im gleichen Monat eine große Konferenz mit allen Trägern und Beteiligten. Gestartet ist das Projekt aber schon im Dezember des vergangenen Jahres. Letztlich werden im Verlauf der kommenden Monate Mai/Juni alle Aktivitäten in Gang gesetzt sein.

Was sind die wichtigsten Aktivitäten der nächsten Monate?

Einen großen Block bilden Aktivitäten zum Aufbau eines Netzwerks mit allen pädagogischen Einrichtungen und den anderen Partnern. Ich selbst bin zurzeit ständig unterwegs, um an Teamsitzungen und Leitungskonferenzen teilzunehmen. Desweiteren werden wir uns in den folgenden Wochen intensiv um die Durchführung der sogenannten "Base-line-Erhebung" kümmern. Das ist ein sehr aufwendiges Verfahren.

Bevor wir dazu kommen, gibt es auch schon erste Ergebnisse der angelaufenen Gesundheitsförderungs-Maßnahmen, die als Anfangserfolge "verbucht" werden können?

Oh ja, die gibt es! Zuallererst möchte ich hier die Arbeit der Familienhebamme nennen. Wir haben großes Glück gehabt und hierfür eine Person gewonnen, die selbst einen Migrationshintergrund hat, die über eine zusätzliche sonderpädagogische Zusatzqualifikation verfügt und vier Sprachen beherrscht (türkisch, arabisch, russisch und deutsch). Ihre einmal wöchentlich in den Kindertagesstätten durchgeführten Sprechstunden haben eine überwältigende Resonanz gefunden. Dadurch sind schon viele Kontakte und Hausbesuche zustande gekommen.

An zweiter Stelle kann ich das Teilprojekt "MiMi" (Mit Migranten Für Migranten) nennen. Hier arbeiten gut integrierte und vom Gesundheitsamt geschulte Migranten als Multiplikatoren im Begegnungszentrum Lorenz Süd des Stadtteils. Sie haben eine "Frauen-" und eine "Männergruppe" initiiert, die sich jeweils einmal in der Woche vormittags zu einem Frühstück treffen, wo dann auch muttersprachliche Informationen zur Organisation des deutschen Gesundheitssystems und zu Fragen der Prävention vermittelt werden. Der Zuspruch ist so groß, dass wir uns etwas zur längerfristigen Finanzierung der Frühstücke einfallen lassen müssen. Aber wir freuen uns natürlich auch hier über die unerwartet große Resonanz.

Gemessen an diesen ersten Ergebnissen sieht es für den Erfolg des Projekts offensichtlich nicht schlecht aus. Um aber am Ende der Laufzeit einen überzeugenden Nachweis führen zu können, muss wohl noch mehr "gemessen" werden. Können Sie das abschließend etwas ausführlicher darstellen?

Kein Problem, darüber ließe sich gut und gerne ein gesondertes Interview führen. Die Base-line-Erhebung habe ich bereits erwähnt. Sie umfasst eine Vollerhebung der relevanten Maße (Größe, Körpergewicht, Fettleibigkeit) bei insgesamt rund 220 Kindern des Stadtteils. Dies geschieht im Rahmen von Fitness-Tagen in einer örtlichen Sporthalle, wo auch Motopädie-Tests durchgeführt werden. Zusätzlich sollen die pädagogischen Kräfte der Kitas etwa 15 Minuten dauernde Interviews mit den Kindern durchführen. Weitere Interviews richten sich an Eltern, die pädagogischen Kräfte und Projektleiter.

Parallel werden in einem anderen Stadtteil, in dem keine vergleichbaren Aktivitäten laufen, die gleichen Erhebungen (auch mit 220 Kindern) durchgeführt. Diese Kontrollgruppe hilft uns bei der späteren Analyse der Effekte unserer Arbeit.

Das alles ist ein enormer Aufwand, der zum Abschluss der Projekt-Laufzeit wiederholt werden muss, um Veränderungen dokumentieren zu können. Einmal pro Jahr wird eine ausführliche Dokumentation erstellt. Sie soll Auskunft über die durchgeführten Maßnahmen geben: was wurde gemacht, wie viele Kinder bzw. Eltern haben teilgenommen, wie viele Abbrecher hat es gegeben usw. Wir haben da verschiedene Instrumente für die Erfassung dieser Informationen bekommen, teilweise müssen sie auch noch entwickelt werden.

Das klingt ja fast schon wieder nach einer Überfrachtung der Arbeit mit Dokumentations- und Evaluationsaufgaben.

In der Tat wird in diesem Bereich viel von uns erwartet. Besonders belastet sind hier die pädagogischen Kräfte in den Kitas, die ohnehin erheblich unter Arbeitsdruck stehen. Alle Beteiligten sehen aber ein, dass das gemacht werden muss. Letztendlich sollen die Ergebnisse unter Beweis stellen, dass die Prävention in diesem Bereich langfristig zu Veränderungen führen wird und Übergewicht bei Kindern zu vermeiden ist.

 
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